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	<title>Christliche Gemeinde München-Sendling</title>
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	<description>Gemeinde in der Stadt. Jesus in der Mitte.</description>
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	<title>Christliche Gemeinde München-Sendling</title>
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		<title>Bible-Basics: Das »messianische Geheimnis«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Velimir Milenković]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 20:36:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Markus berichtet häufiger als die anderen Evangelisten von Begebenheiten, in denen Jesus seine Jünger und andere – etwa von ihm Geheilte – anweist, seine Identität als Messias geheim zu halten (z. B. Mk 1,25.34; 1,44; 3,12; 8,29–30). Theologen nennen dies das »messianische Geheimnis«. Warum tat Jesus das? Die damaligen Erwartungen an den Messias sahen keinen leidenden [&#8230;]</p>
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<p>Markus berichtet häufiger als die anderen Evangelisten von Begebenheiten, in denen Jesus seine Jünger und andere – etwa von ihm Geheilte – anweist, seine Identität als Messias geheim zu halten (z. B. Mk 1,25.34; 1,44; 3,12; 8,29–30). Theologen nennen dies das »messianische Geheimnis«.</p>



<p>Warum tat Jesus das? Die damaligen Erwartungen an den Messias sahen keinen leidenden Christus vor. Die jüdische Bevölkerung erwartete einen Messias-König, der sie von der römischen Herrschaft befreien würde. Durch die Wunder und Zeichen Jesu musste eine Messias-Erwartung aufkommen – und damit eine übersteigerte Begeisterung. Hätte man Jesus vorzeitig und enthusiastisch als Messias bejubelt, hätte dies seinen Dienst behindert. Jesus kam nicht, um gefeiert zu werden, sondern um für die Menschen zu sterben und aufzuerstehen.</p>



<p>Ein Beispiel dafür, was geschah, wenn die Geheilten das von Jesus auferlegte Schweigen brachen, finden wir in Markus 1,40–45 (die Heilung eines Aussätzigen, hier ab Vers 43 zitiert):</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Und Jesus bedrohte ihn und trieb ihn alsbald von sich und sprach zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die Geschichte bekannt zu machen, sodass Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen zu ihm von allen Enden.</p>
</blockquote>



<p>Diese Geschichte ist mehr als nur ein Heilungsbericht – sie zeigt, wozu der Messias kommen sollte. Jesu Barmherzigkeit gegenüber dem Aussätzigen führte zu einem wundervollen Tausch: Der Aussätzige, der sich während seiner Krankheit nicht unter gesunden Menschen aufhalten durfte, wurde geheilt und konnte wieder in sein Dorf zurückkehren. Jesus hingegen, nun so bekannt, dass er »nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte«, musste sich »draußen an einsamen Orten« aufhalten. Ein ergreifendes Bild für den Dienst Jesu Christi: Er nahm unsere Stellung ein – die eines Sünders –, damit wir Sünder die Stellung von Gerechten einnehmen dürfen.</p>
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		<title>Wie uns der christliche Glaube hilft, mit Leid klarzukommen</title>
		<link>https://gemeinde-in-muenchen.de/wie-uns-der-christliche-glaube-hilft-mit-leid-klarzukommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Kreuter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Apr 2025 20:34:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es kann keinen liebenden Gott geben, wenn es so viel Leid gibt.&#160; Für manche das&#160;K.O.-Argument&#160;gegen den christlichen Glauben. &#160;Leid + Schmerz + Tod ≠ liebender Gott.&#160;Die Gleichung geht nicht auf. Das passt einfach nicht zusammen.&#160; Aber was, wenn wir falsch liegen?&#160; Was, wenn dieses Knock-Out-Argument&#160;gegen&#160;den Glauben eigentlich ein starkes Argument&#160;für&#160;den Glauben ist?&#160;Was, wenn niemand so [&#8230;]</p>
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<p>Es kann keinen liebenden Gott geben, wenn es so viel Leid gibt.&nbsp;</p>



<p>Für manche das&nbsp;K.O.-Argument&nbsp;gegen den christlichen Glauben. &nbsp;<br>Leid + Schmerz + Tod ≠ liebender Gott.&nbsp;<br>Die Gleichung geht nicht auf. Das passt einfach nicht zusammen.&nbsp;</p>



<p>Aber was, wenn wir falsch liegen?&nbsp;</p>



<p>Was, wenn dieses Knock-Out-Argument&nbsp;<em>gegen&nbsp;</em>den Glauben eigentlich ein starkes Argument&nbsp;<em>für&nbsp;</em>den Glauben ist?&nbsp;Was, wenn niemand so gut mit Leid umgehen kann, wie Christen?&nbsp;</p>



<p>Gucken wir uns das doch mal genauer an.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum wir ohne Gott absolut keine Chance haben, gut mit Leid umzugehen&nbsp;</h2>



<p>Das große Problem an der »Es kann keinen Gott geben, wenn es Leid gibt«-These ist die Praxis. In der Praxis wenden sich Leute im Leid nämlich der Religion zu.&nbsp;Tim Keller&nbsp;beobachtet, dass&nbsp;<em>»wenn es ernst wird, die riesengroße Mehrheit der Menschen auf die Angebote der nichtsäkularen Kulturen und Religionen zurückgreift, um mit ihrem Leid fertigzuwerden«.</em> Im Krankenhaus werden die meisten Gebete gesprochen. <em>»Da hilft nur noch beten«</em> – die heimliche Realität im Alltag vieler vermeintlicher Atheisten.&nbsp;</p>



<p>Theodor W. Adorno, einer der bekanntesten Philosophen des letzten Jahrhunderts, hat die berühmte These aufgestellt, dass es nach Auschwitz keinen Gott mehr geben kann (und keine Lyrik und keine Liebe). Er meint: Das Leid, dass durch den Nationalsozialismus verursacht wurde, ist so groß, dass sich die Frage, ob es Gott geben kann, erübrigt: <em>Ein liebender Gott hätte eingegriffen, hätte niemals zugelassen, dass sechs Millionen Juden ermordet werden.</em> Ein KZ-Überlebender jedoch widerspricht Adorno: <em>»Das kann er nur sagen, weil er nicht da war. In Auschwitz hat sich der Glaube vieler Leute vertieft, nicht verloren.«</em> </p>



<p>Warum?&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Weil der Atheismus keine Hoffnung für das Jenseits bietet.&nbsp;In einer Welt ohne Gott geht es um das hier und jetzt. Es geht darum, sich selbst zu verwirklichen, aus dieser Welt alles rauszuholen, vor allem: glücklich zu werden!</p>



<p>&nbsp;<em>»Für den Säkularismus ist die materielle Welt alles, was es gibt, und folglich besteht der Sinn des Lebens darin, sich das Leben wählen zu können, das einen am glücklichsten macht«</em> —Tim Keller</p>



<p>Aber was, wenn – wir nicht glücklich sind?&nbsp;Was, wenn uns Leid begegnet? Was, wenn wir unter Depressionen leiden, gegen Krebs kämpfen, eben nicht das Maximale aus unserem Leben rausholen?&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Der (zugegeben recht pessimistische) Philosoph&nbsp;Albert Camus&nbsp;hat eingeworfen, die Philosophie müsse vor allem die Frage klären:&nbsp;<em>Warum nicht Suizid begehen!?</em> Was menschenverachtend klingt, ist in seinen Augen die logische Konsequenz unseres Weltbildes:&nbsp;Wenn der Sinn des Lebens ist, glücklich zu werden – dann ist es legitim, aus einem Leben zu flüchten, das einen nicht glücklich machen kann.&nbsp;Uff.</p>



<p>Kann es sein, dass Leid nicht unbedingt ein Problem für den Glauben ist – sondern viel mehr &#8230; für den Atheismus!?&nbsp;</p>



<p>Das Geheimnis unserer Gesellschaft&nbsp;</p>



<p><em>»Das Leben unserer Vorfahren war viel leidvoller als heute, aber unzählige Tagebücher, Briefe und andere Dokumente zeigen uns, dass sie dieses Leid viel besser bewältigen als wir heute unseres«</em> —Tim Keller</p>



<p>Kann es sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, die keine guten Antworten auf die Frage nach dem Leid hat?&nbsp;Das große Geheimnis unserer Zeit lautet, dass wir nur zwei Mechanismen haben, mit Leid umzugehen &#8230;&nbsp;</p>



<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 1. Verdrängen</p>



<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 2. Schönreden</p>



<p>… und beide Mechanismen sind, wenn wir ehrlich sind, nicht besonders tragfähig!?&nbsp;Denn Leid ist eine Realität.&nbsp;Und in einer Welt ohne Gott ist Leid einfach Pech. Es gibt weder einen tiefen Sinn noch eine Hoffnung auf ein Happy End. Es gibt keine zweiten Chancen.&nbsp;Es trifft, wen es trifft – und eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es dich trifft oder die Menschen, die du liebst.&nbsp;Ein Leben ohne Hoffnung fürs Jenseits hat auch keine Perspektive fürs Diesseits.&nbsp;Eine Gesellschaft ohne Gott weiß nicht, wohin mit Scheitern, Schmerz und Schrecken.&nbsp;</p>



<p>Sind Verdrängen und Schönreden also das Einzige, was uns bleibt 🙈?&nbsp;Wie können wir Tod und Leid begegnen, wenn uns diese Dinge alles nehmen, was uns lieb ist?&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>»Ganz offensichtlich nur, indem wir den tiefsten Sinn unseres Lebens an Dingen festmachen, die die Hand des Todes nicht fassen kann.«</em></p>



<p>Das behauptet zumindest&nbsp;Tim Keller. Klingt glaubwürdig. Und deshalb kommt hier auch der Glaube ins Spiel:&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie uns der Glaube hilft, (überraschend) gut mit Leid umzugehen&nbsp;</h2>



<p>Zum christlichen Glauben gehören&nbsp;drei zentrale Überzeugungen, die uns helfen, Hoffnung im Schmerz zu finden, Trost im Leid, eine Perspektive, die den Umgang zumindest erträglich macht:&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Wir glauben an einen persönlichen Gott&nbsp;</h3>



<p>Wir Christen glauben an einen Gott, der uns wollte.&nbsp;<em>Wie Eltern, die sich entscheiden, ein Kind zu bekommen – obwohl ihnen klar ist, dass dieses Kind Leid erleben wird, einfach aufgrund der Tatsache, dass es existiert –, entschied sich Gott, Menschen zu machen.&nbsp;</em>Unsere Existenz ist kein Zufall.&nbsp;Das bedeutet, dass es nicht egal ist, was mit uns passiert. Es ist nicht egal, wie es uns geht. Das hat Jesus wieder und wieder deutlich gemacht:<em>&nbsp;Er interessiert sich für die Menschen, stellt uns Fragen, heilt, tröstet.</em>&nbsp;Leid ist immer noch schrecklich.&nbsp;Aber nur wenn es kein Zufall ist, dass es uns gibt, wenn wir mehr sind als ein Zellhaufen, der aus Versehen entstanden ist, haben wir eine Grundlage, Leid »unfair« zu finden, unser Leben für »wertvoll« zu halten und uns über Schmerzen zu beklagen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Übrigens: Genauso wie Eltern Kinder bekommen, obwohl sie wissen, dass es auch&nbsp;<em>sie selbst</em>&nbsp;Schmerzen kosten wird (angefangen mit der Geburt, Schlafmangel und emotionalen Nöten wie z.B. Sorgen um das Wohlergehen des Kindes), bedeutet an Gott zu glauben, zu&nbsp;wissen, dass Gott uns so sehr wollte, dass er Leid in Kauf nahm, um uns zu haben.&nbsp;Gott hat sich nicht nur entschieden, Menschen zu schaffen, obwohl er wusste, dass&nbsp;<em>sie&nbsp;</em>leiden würden. Er hat sich entschieden, Menschen zu schaffen, obwohl er wusste, dass&nbsp;<em>er</em>&nbsp;deswegen leiden würde – dass sein Sohn deswegen sterben würde.&nbsp;So viel sind wir ihm wert!&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Ebenso wenig, wie es bloß »Schicksal« ist, dass es uns gibt, ist es »Schicksal«, was mit uns passiert.&nbsp;Unser Leben ist in Gottes Hand. Leid ist mehr als nur »Pech«. Kein Unrecht bleibt ungesehen, kein Leid »sinnlos«.&nbsp;Eines Tages wird unser himmlischer Vater, der Gott und König des Universums, Gerechtigkeit herstellen. Um das möglich zu machen, um uns nicht unserem »Schicksal« zu überlassen, ist sein Sohn Jesus auf die Welt gekommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Gott bleibt nicht unbeteiligt&nbsp;</h3>



<p>Als&nbsp;die Menschheit sich gegen Gott entschied&nbsp;und Leid und Schmerz in die Welt kam, entschied sich Gott, seinen Sohn in eben diese Welt zu schicken.&nbsp;Jesuskam auf die Erde. Er leidet:&nbsp;<em>»Die Qualen meiner Seele bringen mich fast um«</em>(Matthäus 26,38). Er trauert.&nbsp;Christen glauben an einen Gott, der sie verstehen kann, weil er Schmerzen kennt, Trostlosigkeit, Angst.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Mehr noch:&nbsp;Christen glauben an einen Gott, den das Leid der Menschheit so sehr schmerzt, dass er mit uns tauscht.&nbsp;Er wird zum Opfer:&nbsp;<em>»Unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich.«</em>(Jesaja 53,4) Jesus stirbt und beseitigt damit die Ursache für alles Leid: Unsere eigene Schuld, unsere Boshaftigkeit. Das Zitat oben geht weiter:&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>»Man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und durch seine Striemen sind wir geheilt«</em>&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Gott kommt, um einen Unterschied zu machen. Um Vergebung für Schuld zu ermöglichen. Unsere Rettung, der Zutritt in den Himmel, hängt nicht von Karma ab, auch nicht mehr von unserer Leistung. Leid gibt es immer noch, Schmerz, Tod.&nbsp;Aber Heilung ist möglich – echte, innere Heilung.&nbsp;&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Wir haben eine Hoffnung über den Tod hinaus&nbsp;&nbsp;</h3>



<p>Weil Jesus gestorben ist und die Schuld aus dem Weg geräumt hat, die zwischen Gott und uns steht, haben wir die ultimative Hoffnung auf ein Happy End.&nbsp;Dieses Leben ist nicht alles.&nbsp;Jesus ist von den Toten zurückgekehrt und verspricht: Wie er werden wir auch eines Tages aus dem Toten auferstehen. Wer an ihn glaubt, den erwartet ein Leben in seiner Gegenwart. Auf dieser »neuen Erde« (ein besserer Name für den »Himmel«) wird es&nbsp;<em>»keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei«</em>&nbsp;(Offenbarung 21,4).&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Einer unserer tiefsten Sehnsüchte ist, Beziehungen zu Menschen, die wir lieben, nicht zu verlieren.&nbsp;Jesus macht uns genau dieses Versprechen: Ein Leben über den Tod hinaus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie schneidet der christliche Glaube ab, wenn wir leiden?&nbsp;</h2>



<p>Das ist die Frage aller Fragen.&nbsp;</p>



<p>Natürlich bleiben andere Fragen offen:&nbsp;<em>Warum genau musste Jesus sterben? Warum gibt es überhaupt Leid, hätte Gott das nicht von Anfang an anders machen können?&nbsp;Und warum heilt Gott nicht jetzt, wenn er das doch angeblich kann?&nbsp;</em>Mit diesen Themen beschäftigen wir uns an anderer Stelle!&nbsp;</p>



<p>Hier wollen wir festzuhalten:&nbsp;Der christliche Glaube bietet Antworten auf die Frage nach dem Leid – Antworten, die manchmal sogar besser sind als die Ansätze, die uns unsere säkulare Gesellschaft anbietet.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Was genau du jetzt mit dieser Erkenntnis machst, liegt bei dir!&nbsp;</em>Wir hoffen, dass es dich motiviert, den Glauben nicht einfach abzutun mit dem Schulterzucken:&nbsp;<em>Es kann keinen Gott geben, weil es Leid gibt.</em>&nbsp;Denn das stimmt nicht. Es gibt Leid und es gibt Gott. Und darin liegt Schmerz, aber auch unfassbare Schönheit!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bibel-Basics: Was ist »Mirror Reading«?</title>
		<link>https://gemeinde-in-muenchen.de/was-ist-mirror-reading/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Velimir Milenković]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 19:18:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal geben die Autoren des Neuen Testaments an, warum sie ihr Buch oder ihren Brief geschrieben haben ( s. Joh 20,31 ). Bei manchen Briefen wird der Anlass bzw. der Zweck nicht direkt genannt. Trotzdem können wir nachvollziehen, warum oder wozu das Buch geschrieben wurde – durch das sogenannte Mirror Reading. Dabei versucht man im Text Hinweise [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Manchmal geben die Autoren des Neuen Testaments an, warum sie ihr Buch oder ihren Brief geschrieben haben ( s. Joh 20,31 ). </p>



<p>Bei manchen Briefen wird der Anlass bzw. der Zweck nicht direkt genannt. Trotzdem können wir nachvollziehen, <em>warum</em> oder <em>wozu</em> das Buch geschrieben wurde – durch das sogenannte Mirror Reading. Dabei versucht man im Text Hinweise darauf zu finden, was die Backstory ist, also was »bisher geschehen ist« .</p>



<p>Es ist ein bisschen so, wie wenn man ein Telefonat mitbekommt und dabei nur <em>eine</em> der Seiten hört. Durch das, was einer der Teilnehmer sagt, schließen wir darauf, was am anderen Ende der Leitung passiert.</p>



<p>Gerade bei Büchern wie 1. und 2.  Korinther, Galater, Kolosser und 1.  Johannes kann es enorm hilfreich sein, den Text immer wieder durchzulesen und sich zu fragen : Was war wohl auf der anderen Seite der »Leitung« los ?</p>



<p>Paulus schreibt den 1.  Korintherbrief unter anderem als Antwort auf einen Brief, den die Korinther zuvor ihm geschrieben hatten. Darin stellten sie ihm offensichtlich einige Fragen, die er im 1 . Korinther beantwortet.&nbsp;</p>



<p>Achte mal darauf, wie oft Paulus dort ein neues Thema in etwa so beginnt : »zu dem, wovon ihr mir geschrieben habt …« ( s. 1 Kor 7,1 ). Übung : Du könntest versuchen, so den Brief der Korinther an Paulus zu rekonstruieren.</p>



<p>Aber sei vorsichtig, man kann das Ganze auch übertreiben. Manche Ausleger lesen historische Backstorys in NT-liche Texte hinein, die total hypothethisch sind. Mit so einem <em>over mirror reading</em> kann man aus einem Text fast alles »herauslesen« .</p>



<p>Also : Mirror Reading ist gut und wichtig, aber mach’s richtig und halte dich an den Text und an das, was du sicher über die historischen Hintergründe wissen kannst.</p>
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		<item>
		<title>Warum singen Christen?</title>
		<link>https://gemeinde-in-muenchen.de/warum-singen-christen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Velimir Milenković]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 18:53:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Musik bringt Menschen zusammen. Auch Gläubige. Durch Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder drücken Christen ihre tiefe Verbundenheit im Glauben an Jesus aus. Sie werden&#160;eins&#160;in ihrer Begeisterung für Gott (innere Haltung) und in ihrer Anbetung Gottes (äußere Handlung). Für manche Christen spielt der Gemeindegesang keine wichtige Rolle. Zwar hören sie gerne zu, aber selber singen? »So [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Musik bringt Menschen zusammen. Auch Gläubige. Durch Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder drücken Christen ihre tiefe Verbundenheit im Glauben an Jesus aus. Sie werden&nbsp;<em>eins</em>&nbsp;in ihrer Begeisterung für Gott (innere Haltung) und in ihrer Anbetung Gottes (äußere Handlung).</p>



<p>Für manche Christen spielt der Gemeindegesang keine wichtige Rolle. Zwar hören sie gerne zu, aber <em>selber</em> singen? »So schief und schrill?« Dann lieber gar nicht mitsingen?</p>



<p>Doch hier ist das Problem: Die Bibel spricht etwa 400-mal über das Singen, und mehr als&nbsp;<em>50-mal</em>&nbsp;gibt sie Gläubigen die direkte Anweisung, Gott Loblieder zu bringen. Für Jesus-Nachfolger sind Anbetungslieder keine Option – sie sind der normale Ausdruck ihres Glaubens.</p>



<p>Der Hebräerbrief nennt das »Frucht der Lippen« (Hebr 13,15). Damit ist kein bloßes Lippenbekenntnis gemeint, bei dem man innerlich kalt bleibt. Es ist&nbsp;<em>echte</em>&nbsp;Frucht,&nbsp;<em>echte</em>&nbsp;Begeisterung, <em>echte</em> Liebe. Diese Frucht wächst aus einem persönlichen Glauben – ganz natürlich.</p>



<p>Wenn du dich nun fragst: »Wo bekomme ich diese innere Begeisterung her?«, dann probiere es einfach aus: Singe beim Gottesdienst mit, lies den Text und lass den Inhalt auf dich wirken. Mach das Lied zu deinem persönlichen Gebet zu Gott – er wird es hören.</p>



<figure class="wp-block-pullquote is-style-default" style="font-size:28px"><blockquote><p>Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, <em>dass ich dir lobsinge und nicht stille werde.</em> HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.</p><cite><em>—Psalm 30,12–13</em></cite></blockquote></figure>
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		<item>
		<title>Hat Jesus wirklich gelebt?</title>
		<link>https://gemeinde-in-muenchen.de/hat-jesus-wirklich-gelebt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Velimir Milenković]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2024 09:23:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder …&#160;kommt nicht etwa das Christuskind, sondern die immer gleiche Frage auf: »Hat Jesus wirklich gelebt?«. In Zeitschriften und TV wird – oft zu Ostern oder Weihnachten – der Lauf der Menschheitsgeschichte angezweifelt: Basiert das Christentum auf einem historischen Schwindel? Ist der Religionsstifter aus Nazareth ein Mythos, die Jesus-Geschichte nur eine Legende, die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Alle Jahre wieder …</em>&nbsp;kommt nicht etwa das Christuskind, sondern die immer gleiche Frage auf: »Hat Jesus wirklich gelebt?«. In Zeitschriften und TV wird – oft zu Ostern oder Weihnachten – der Lauf der Menschheitsgeschichte angezweifelt: Basiert das Christentum auf einem historischen Schwindel? Ist der Religionsstifter aus Nazareth ein Mythos, die Jesus-Geschichte nur eine Legende, die sich über die Jahrhunderte entwickelte?</p>



<p>Dabei mögen die Argumente gegen die Historizität von Jesus vielen Laien plausibel erscheinen, jedoch werden sie von kaum einem Experten ernst genommen. Unter Historikern und Theologen herrscht eine breite Übereinstimmung darüber, dass Jesus von Nazareth eine geschichtliche Person war. Sogar überzeugte Kritiker des Glaubens wie der Neutestamentler Bart Ehrman sehen das so: »Was auch immer Sie sonst über Jesus denken – er hat auf jeden Fall existiert.« Und dies ist keine Minderheitenmeinung, so Ehrman weiter: »Sie wird quasi von jedem Experten auf diesem Planeten vertreten.«¹</p>



<p>Trotzdem hält sich die Auffassung, Jesus habe nie gelebt, überraschend hartnäckig. Ihren Ursprung fand sie in der Aufklärung der 1750er Jahre. Im 19. Jahrhundert hatte die These mit ihrem einflussreichsten Vertreter, dem Theologen Bruno Bauer², ihren Zenith erreicht. Unter Theologen und Wissenschaftlern sind ihm jedoch nur wenige extreme Skeptiker gefolgt. Heute ist der bekannteste unter ihnen der US-amerikanische Neutestamentler Robert Price³, der als ehemaliger Baptisten-Pastor mit seinem Übertritt ins »<em>Jesus-Mythos</em>-Lager« Mitte der 1990er Jahre für Aufmerksamkeit sorgte.</p>



<p>Den Zweifeln zum Trotz gibt es sehr gute Argumente für die Geschichtlichkeit Jesu: zum Beispiel außerbiblische antike Textbelege oder der Einfluss, den Jesus auf das Leben seiner ersten Nachfolger hatte. Werfen wir zunächst einen Blick auf außerbiblische Quellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Außerbiblische antike Textbelege</h2>



<p>Wir verfügen über wenige nichtchristliche Texte aus dem ersten Jahrhundert, die über Jesus berichten. Dieser Umstand ergibt sich aus der Natur der Sache: Wie wir sehen werden, war das Christentum in den Augen einflussreicher Römer – Geschichtsschreiber, Politiker, Kaiser – nicht nur eine fremdartige, seltsame Sekte, sie lehnten es als »Unheil« rundweg ab. Der christliche Glaube war verachtet und wurde als Spinnerei, Charakterschwäche und Peinlichkeit abgetan. Es verwundert also kaum, dass Jesus und seine Jünger nicht den Stoff für antike römische Bestseller abgaben.</p>



<p>So haben vor allem diejenigen über den Glauben geschrieben, die am meisten daran interessiert waren – Christen selbst. Das ist jedoch kein Grund dafür, ihre Berichte als von einer missionarischen Agenda getriebenen Geschichtsfälschung anzuzweifeln. Im Gegenteil, frühe christliche Texte zeichnen sich dadurch aus, dass darin schwierige Stellen nicht »geglättet« wurden. Widersprüchlich erscheinende Berichte wurden nicht harmonisiert. Die ersten Christen legten größten Wert darauf, die historischen Berichte exakt so zu überliefern, wie sie sie erhalten hatten.</p>



<p>Obwohl unzählige Augenzeugen im Fall von etwaiger Geschichtsfälschung hätten Einspruch erheben können, haben wir keine Belege für derartige Einwände. Vielmehr stützen die nichtchristlichen antiken Texte die Grundaussagen des Glaubens. Sehen wir uns drei der wichtigsten Texte dazu näher an, beginnend mit den <em>Annalen</em> von Cornelius Tacitus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Cornelius Tacitus</h3>



<p>Tacitus wurde um das Jahr 56 n. Chr. geboren und hatte im Lauf seiner Karriere wichtige politische Ämter inne. Doch ist er heute besonders als Historiker bekannt – und geachtet! Im&nbsp;<em>Oxford Companion to Classical Literature</em>&nbsp;heißt es über ihn: »Vor allem die&nbsp;<em>Annalen</em>&nbsp;zeigen, dass Tacitus einer der größten Geschichtsschreiber war. Er hatte tiefe Einblicke in Charaktere und ein nüchternes Verständnis der Themen jener Zeit.«⁴</p>



<p>Tacitus’&nbsp;<em>Annalen</em>&nbsp;wurden um 110 n. Chr. veröffentlicht und gelten als Höhepunkt römischer Geschichtsschreibung. Darin berichtet er u.a. über die Christenverfolgung, die unter Kaiser Nero losbrach. Ursache dafür war der große Brand Roms, der 64 n. Chr. weite Teile der Stadt verwüstete. Neben Tacitus vermuten Plinius der Ältere und andere antike Historiker, dass Nero selbst den Brand gelegt hatte. Tacitus beschreibt, dass Nero von sich ablenken wollte und die Christen der Stadt für die Katastrophe verantwortlich machte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Doch keine menschlichen Vorkehrungen, keine Freigebigkeit des Fürsten oder Sühne der Götter konnte die Schmach entfernen, dass man glaubte, der Brand sei auf Befehl gelegt worden. Um also dieses Gerücht niederzuschlagen, schob Nero die Schuld auf andere und belegte mit den ausgesuchtesten Strafen jene Menschen, die das Volk wegen ihrer Schandtaten hasste und Christen nannte. Ihr Namensgeber, Christus, war unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden. Für kurze Zeit war jene heillose Schwärmerei dadurch unterdrückt, brach aber aufs Neue aus, nicht allein in Judäa, von wo das Unheil ausgegangen war, sondern auch in der Hauptstadt, in die von überallher alle Gräuel und Schändlichkeiten zusammenströmen und Anklang finden. Daher wurden zuerst diejenigen ergriffen, die Geständnisse ablegten, sodann auf ihre Angabe hin eine gewaltige Menge Menschen, die weniger wegen der ihnen zur Last gelegten Brandstiftung als wegen ihres allgemeinen Menschenhasses als überführt galten. Mit denen, die zum Tod bestimmt waren, trieb man noch Hohn: in Felle wilder Tiere eingenäht wurden sie von Hunden zerfleischt oder mussten ans Kreuz geschlagen und angezündet nach Einbruch der Dunkelheit als nächtliche Beleuchtung brennen. Seine eigenen Garten hatte Nero zu diesem Schaustück hergegeben, und gab ein Zirkusspiel, wobei er sich im Kostüm eines Wagenlenkers unter das Volk mischte oder auf dem Wagen stand. So strafbar daher auch jene Menschen waren und so sehr sie die äußersten Strafen verdient hatten, regte sich doch Mitleid, weil sie nicht dem Nutzen der Allgemeinheit, sondern der Grausamkeit eines einzigen geopfert würden.</p>
<cite>Tacitus, <em>Annales 15.44</em></cite></blockquote>



<p>Neben den unerträglichen Gräueltaten, die an unschuldigen Christen verübt wurden, fallen hier besonders die Übereinstimmungen auf, die Tacitus’ Bericht mit dem des Neuen Testaments aufweisen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>es gab eine große Anzahl von Christen – viele von ihnen lebten in Rom,</li>



<li>der christliche Glaube stieß auf offene Ablehnung,</li>



<li>»Christus« war der Begründer der Bewegung,</li>



<li>Jesus wurde in der Regierungszeit des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet,</li>



<li>die Bewegung fand mit der Hinrichtung Jesu überraschenderweise&nbsp;<em>nicht</em>&nbsp;ihr Ende, sondern verbreitete sich von Judäa ausgehend im ganzen Reich</li>
</ul>



<p></p>



<p>Gerade die frühe Verbreitung des Christentums stellt Skeptiker vor Probleme: Ohne einen historischen Jesus ist es unerklärlich, warum die Bewegung in ihren ersten Jahren ein solch extremes Wachstum erlebte. Offensichtlich waren die Menschen in der römischen Welt davon überzeugt, dass Jesus kein Mythos war. Und selbst feindselig gestimmte Historiker wie Tacitus kamen nicht im Traum darauf, die Existenz der historischen Person Jesus zu leugnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Plinius der Jüngere</h3>



<p>Unser zweiter römischer Zeuge ist Plinius der Jüngere, der um 61 n. Chr. geboren wurde. Als erfolgreicher Politiker wurde er gegen Ende seiner Karriere zum Statthalter von Bithynien und Pontus ernannt. Plinius schrieb mehrere Briefe an Kaiser Trajan, der von 98 bis 117 n. Chr. regierte. In Plinius’ bekanntestem Brief an den Kaiser fragt er, wie er mit den Christen verfahren sollte.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Einstweilen bin ich mit denen, die bei mir als Christen angezeigt wurden, folgendermaßen verfahren: ich habe sie gefragt, ob sie Christen seien. Die Geständigen habe ich unter Androhung der Todesstrafe ein zweites und drittes Mal gefragt. Die dabei blieben, ließ ich abführen. Denn ich war der Überzeugung, was auch immer es sei, was sie damit eingestanden, daß auf alle Fälle ihr Eigensinn und ihre unbeugsame Halsstarrigkeit bestraft werden müsse. […] Diejenigen, die bestritten, Christen zu sein oder gewesen zu sein, glaubte ich freilassen zu müssen, da sie mit einer von mir vorgesprochenen Formel die Götter anriefen und vor Deinem Bild, das ich zu diesem Zwecke zusammen mit den Bildern der Götter herbeibringen ließ, mit Weihrauch und Wein opferten und außerdem Christus schmähten, Dinge, zu denen wirkliche Christen, wie man sagt, nicht gezwungen werden können. […] Sie versicherten darüber hinaus, ihre ganze Schuld oder ihr ganzer Irrtum habe darin bestanden, daß sie sich gewöhnlich an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang versammelten, Christus wie einem Gott einen Wechselgesang darbrachten und sich durch Eid nicht etwa zu irgendeinem Verbrechen verpflichteten, sondern keinen Diebstahl, Raubüberfall oder Ehebruch zu begehen, ein Versprechen nicht zu brechen, eine angemahnte Schuld nicht abzuleugnen.</p>
<cite>Plinius, <em>Epistulae 10.96</em></cite></blockquote>



<p>Auch hier deckt sich der Bericht des Plinius mit dem, was wir aus biblischen Quellen über das frühe Christentum wissen: Christus wurde als Gott angebetet – für jüdische Christen die größte denkbare Gotteslästerung, wenn sie nicht felsenfest davon überzeugt gewesen wären, dass Jesus&nbsp;<em>tatsächlich</em>&nbsp;der Mensch gewordener Gott war. Ein Glaube, der nicht vom historischen Messias ausgegangen wäre, hätte sich – in der Anfangszeit unter Juden – unmöglich halten, geschweige denn ausbreiten können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Flavius Josephus</h3>



<p>Der dritte nichtchristliche Historiker auf unserer Liste ist Flavius Josephus. Er wurde um 37 n. Chr. geboren, war zunächst Befehlshaber der jüdischen Armee, um schließlich – von den Römern gefangen genommen – mit dem Reich zu sympathisieren und sich Kaiser Vespasian anzudienen. Er gilt als der wichtigste Historiker Palästinas im ersten Jahrhundert.</p>



<p>In seinen&nbsp;<em>Jüdischen Altertümern</em>&nbsp;berichtet Josephus nicht nur über Jesus, sondern auch über Johannes den Täufer und Jakobus, den Bruder von Jesus. An zwei Stellen schreibt er über Christus – die weniger bekanntere (aber historisch besser gesicherte) handelt vom jüdischen Hohepriester Ananus. Als um 62 n. Chr. kein Statthalter regierte, nutzte Ananus das Machtvakuum und verhängte mehrere Todesstrafen, die seiner Beliebtheit dienen sollten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>[Ananus] versammelte daher den Hohen Rat zum Gericht und stellte vor dasselbe den Bruder des Jesus, der Christus genannt wird, mit Namen Jakobus, sowie noch einige andre, die er der Gesetzesübertretung anklagte und zur Steinigung führen ließ.</p>
<cite>Flavius Josephus, <em>Antiquitates 18.63–64</em></cite></blockquote>



<p>Die geschilderte Situation passt gut zu den Berichten von Tacitus und Plinius: Schon sehr früh wurden Christen verfolgt und ihre Anführer hingerichtet. Außerdem offenbart sie noch ein interessantes Detail: Zu den Führern der christlichen Urgemeinde gehörten enge Familienangehörige von Jesus. Jakobus war wohl der Leiter der Jerusalemer Gemeinde. Niemand kannte Jesus so gut, wie seine eigenen Brüder, mit denen er aufgewachsen war. Dass ausgerechnet diejenigen, die Jesus von klein auf kannten, bereit waren, für ihren Glauben an ihn zu sterben, spricht Bände darüber, was sie über Jesus dachten – nicht nur über ihn als historische Person, sondern auch als den Messias.</p>



<p>Betrachten wir noch ein weiteres Argument für die Historizität Jesu: das Leben der ersten Christen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Leben der ersten Christen</h2>



<p>In seinem faszinierenden Buch&nbsp;<em>The Rise of Christianity</em>&nbsp;zeichnet der Soziologe Rodney Stark die unwahrscheinlichste aller Geschichten nach: die vom Aufstieg des Christentums⁵. Ausgerechnet diese kleine, obskure »Sekte«, die am Rand des Reiches ihren Anfang nahm, tritt einen in der Menschheitsgeschichte einzigartigen Siegeszug an. Wobei das Gründungsereignis des Christentums – die Kreuzigung – in der Römischen Welt die größtmögliche Niederlage markierte und seine Anhänger verachtet, gehasst, verfolgt und getötet wurden. Der »Siegeszug« des Christentums bedarf also einer Erklärung.</p>



<p>Stark findet diese in den Auswirkungen, die der Glaube auf das Leben der Menschen hatte. Gerade benachteiligte und schwache Gruppen erlebten eine Aufwertung ihrer Lebensumstände, die vor dem Christentum nicht denkbar gewesen war. Es waren Frauen, Kinder, Sklaven, Alte und Kranke – die schwächsten und besonders benachteiligten Menschen der damaligen Welt –, die durch den Glauben an Jesus an einer ganz neuen Menschenwürde Anteil hatten.</p>



<p>Unter Christen wurden Teenagerinnen nicht mehr verheiratet, sondern hatten ein Mitspracherecht bei der Partnerwahl und konnten später als ihre nichtchristlichen Altersgenossinnen heiraten. Neugeborene Mädchen wurden nicht mehr zum Sterben auf die Straße gelegt, weil sie ungewollt waren. Das Leben der Sklaven verbesserte sich spürbar. Gefängnisinsassen, Alte und Kranke wurden ernährt, gepflegt, geschützt. Stark zufolge war die christliche Ethik der »Motor« der Bewegung.</p>



<p>Diese unvergleichliche Neuausrichtung von Werten und Normen fußt nicht nur auf der Lehre, sondern auf der&nbsp;<em>Person</em> Christi. Jesus sagte nicht: Glaubt an das, was ich sage. Er sagte: Glaubt an&nbsp;<em>mich</em>&nbsp;(Joh 14,1). Selbst die oberflächlichste Analyse des christlichen Glaubens macht klar: Es ist unmöglich, das Christentum von der Person Jesus Christus zu trennen. Dass ausgerechnet die dynamischste, das Gesicht der Welt am schnellsten und stärksten umwandelnde Bewegung der Geschichte&nbsp;<em>keine</em>&nbsp;historische Grundlage in Jesus Christus – wahrer Mensch und wahrer Gott – haben sollte, ist&nbsp;<em>so</em> unwahrscheinlich, es käme einem Wunder gleich.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Autor: Velimir Milenković. Artikel zuerst erschienen in <a data-type="link" data-id="https://www.cv-perspektive.de" href="https://www.cv-perspektive.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">:PERSPEKTIVE</a> 2/24</p>



<h3 class="wp-block-heading">Endnoten</h3>



<p><strong>¹</strong>&nbsp;Ehrman, Bart D.,&nbsp;<em>Did Jesus Exist? The Historical Argument for Jesus of Nazareth</em>&nbsp;(New York: HarperOne, 2012), S. 4; dt. Zitat aus McLaughlin, Rebecca,&nbsp;<em>Ostern – unglaublich? Vier Fragen, die jeder an die Auferstehungsgeschichte stellen sollte</em>&nbsp;(München/Dillenburg: cvmd und CV Dillenburg, 2023), S. 17</p>



<p><strong>²</strong>&nbsp;Bauer, Bruo,&nbsp;<em>Kritik der evangelischen Geschichte der Synoptiker</em>&nbsp;(Leipzig: Wigand, 1841)</p>



<p><strong>³</strong>&nbsp;Price, Robert M,&nbsp;<em>Deconstructing Jesus,</em>&nbsp;(Amherst, NY: Prometheus Books, 2000); Price,&nbsp;<em>Jesus at the Vanishing Point</em>&nbsp;in Beilby, James K. (Hg.), The Historical Jesus, Five Views (Downers Grove, IL: IVP Academic, 2009), S. 55–103</p>



<p><strong>⁴</strong>&nbsp;Howatson, M. C. (Hg.),&nbsp;<em>The Oxford Companion to Classical Literature,</em>&nbsp;2. Aufl. (Oxford: Oxford University Press, 1997), S. 548</p>



<p><strong>⁵</strong>&nbsp;Stark, Rodney,&nbsp;<em>The Rise of Christianity: How the Obscure, Marginal Jesus Movement Became the Dominant Religious Force in the Western World in a Few Centuries</em>&nbsp;(Princeton, NJ: Princeton University Press, 1996)</p>
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